Winnetou

Als einer der bekanntesten Namen eines Indianers hat sich Winnetou in das Gedächtnis der Menschen eingeprägt. Die fiktive Figur des Häuptlings der Mescalero-Apachen stammt aus der Feder des deutschen Autors Karl May (1842 – 1912). An der Seite seines Blutsbruders, dem Cowboy Old Shatterhand, durchstreift Winnetou den Wilden Westen auf seinem Pferd namens Iltschi. Das Duo versucht dabei Gerechtigkeit und Frieden zu vertreten und sich dafür einzusetzen.

Der Autor Karl May

Geboren wurde Karl Friedrich May am 25.2.1824 im heutigen Hohenstein-Ernstthal im sächsischen Königreich. Bereits kurz nach der Geburt verlor er sein Augenlicht, im Alter von fünf Jahren erlangte er jedoch die Fähigkeit zu sehen wieder. Als erlernter Lehrer musste er eine Haftstrafe über sich ergehen lassen, die ihn diese Berufsausübung kostete. Es folgten daraufhin weitere Gefängnisaufenthalte. Insgesamt verbrachte er über sieben Jahre (1865-1868, 1870-1874) in Haftanstalten. Von dieser Lebensphase konnte er sich erstaunlicherweise erholen und betätigte sich als Redakteur für verschiedenste Zeitungen. May setzte sich dabei mit Amerika und dem Orient auseinander.

1881 gelang ihm ein erster nennenswerter Erfolg. Im „Deutschen Hausschatz“ veröffentliche May seinen Orientzyklus. Daraufhin folgten die Erzählungen „Der Schatz im Silbersee“, „Der Ölprinz“, „Das Vermächtnis des Inka“ sowie fünf weitere. Diese erschienen später als Buch. Seine größten Erfolge feierte er jedoch mit den Reiseerzählungen, erschienen unter dem Titel „Karl May´s Gesammelte Reiseerzählungen“ (1892-1910). Sie bestehen aus insgesamt 33 Bänden. Der bereits erwähnte Orientzyklus ist in sechs Bände unterteilt. Die Reiseerzählungen beinhalten zudem die Winnetou-Triologie und drei Bände zu Old Shatterhand. Durch diese gesammelten Romane wurde Karl May zum produktivsten Autor von Abenteuerromanen. Er zählt weiterhin zu den meistgelesenen Schriftstellern in deutscher Sprache und erlangte, durch vielfache Übersetzungen seiner Werke, Weltruhm.

Persönlichkeit Winnetous


Über die Jahre hinweg mutierte Winnetou zum Symbol des „edlen Wilden“, der sich gegenüber den „Weißen“ als moralisch überlegen präsentiert. In Karl Mays Romanen tritt Winnetou als sauber sowie ordentlich auf und trägt ein typisches Indianeroutfit, jedoch ohne Federn oder sonstige Rangabzeichen. Sein edles Erscheinungsbild zeigt sich ebenso durch den Verzicht auf Trophäen, wie beispielsweise Skalps. Winnetou ist zusätzlich mit weiteren Charaktereigenschaften ausgestattet. Winnetou wird in seinen Abenteuern als ehrlicher, aufopferungsvoller und gerechter Indianer dargestellt. Zudem ist er ein gelernter Reiter sowie Schütze und beherrscht weiterhin indianische Kampftechniken und ist im Umgang mit typischen Indianerwaffen und deren Sprache ausgebildet. Zusammen mit seinem Partner Old Shatterhand, der in den Geschichten öfters als Vermittler zwischen dem Indianer und den „Weißen“ aushelfen muss, zieht Winnetou durch die Prärie des Wilden Westens und durchlebt verschiedenste Abenteuer.

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